Ein Tag Frühling

Ich mag an Wien auch, dass man so rasch im Grünen ist. Und da meine ich gar nicht die unzähligen Parkanlagen mitten in der Stadt, sondern den Grüngürtel, der die Stadt umgibt und in dem man von der Millionenstadt gar nichts mehr mitbekommt. Auch dort ist man rasch, auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

So hat es mich gestern ins Freie gezogen, um die Sonne, die Wärme und frische Luft zu genießen. Bei der Wärme bin ich allerdings ein bisschen hin und her gerissen: soll ich mich darüber freuen oder 20 Grad im März bedenklich finden – warme Tage zur eigentlich kalten Jahreszeit werden immer häufiger, die Erderwärmung zeigt auf.

Wie immer im Frühling ist eine Pflanze als erste im gesamten Wiener Raum anzutreffen – nein, nicht das Schneeglöckchen, die Primel oder der Krokus. Es ist der Bärlauch, bei uns auch Knoflspinat genannt. Weil er – eh klar – nach Knoblauch riecht und wie Spinat verarbeitet werden kann. Wenn es eine Pflanze gibt, die NICHT vom Aussterben bedroht ist, ist es der Knoflspinat; auch wenn man jedes Frühjahr viele Leute im Unterholz hocken und pflücken sieht, er kommt jedes Jahr in unverminderter Menge.

Auch ich konnte gestern nicht widerstehen – nach ausgiebiger Wanderung und Sonne sitzen, hab ich mich zu den Pflückern gesellt. Schließlich kann er frisch vielfältig verwendet und gut haltbar gemacht werden. Nicht nur, dass man ihn blanchiert einfrieren kann, man kann ein Pesto daraus machen oder ihn trocknen und Bärlauch-Salz machen oder einfach so mit ihm würzen.

So hab ich gepflückt und gepflückt und gepflückt….

In der Straßenbahn haben die Leute bisschen komisch geschaut, weil es aus meinem Rucksack intensiv nach Knoblauch gerochen hat, in der U-Bahn war’s egal, da riecht es immer merkwürdig.

Riechen wird es jetzt gleich auch in der Wohnung, der erste Teil des Knoflspinats wird gleich verkocht – ich freu mich drauf!

3 Gedanken zu „Ein Tag Frühling“

      1. Und wir haben den unseren am Sonntag am Abhang des Parapluiberges im Wienerwald bei Perchtoldsdorf gepflückt und es hat ihn schon auf breiten Nudeln als Bärlauch-Obers-Sauce gegeben. Sehr fein. Und es ist noch jede Menge da für weitere feine Zubereitungen.
        Übrigens: So viele Leberblümchen gibt’s dort, dass manche Stellen im lichten Wald blau leuchten. Und auf der Perchtoldsdorfer Heide erfreuen wieder die Adonisröschen und Massen von Kuhschellen.

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