Der Tourist

Da gibt es diesen Film mit Angelina Jolie und Johnny Depp. Guter Film, hat mir gefallen. Über den will ich aber gar nicht schreiben….

Mir geht es tatsächlich um Touristen. Die meisten Menschen mutieren – kaum gehören sie zur Gruppe der Touristen – zu Langsamgängern, Plötzlich-Stehenbleibern und Alles-Knipsern – keine Ahnung auf wie vielen Fotos ich schon drauf bin, meistens wahrscheinlich verwackelt, weil schnell zu Fuß gehend. Und vermutlich nicht eben freundlich schauend, weil ich ständig plötzlich abbremsen oder Haken schlagen musste, um an mein Ziel zu kommen.

Die in einer Stadt lebende Bevölkerung hat nämlich morgens oder abends meistens ein Ziel und keine Zeit. Anders als der Homo Touristicus, der tiefenentspannt durch die Straßen flaniert.

Außerdem ziehe ich diese Spezies an; oft werde ich angesprochen und gefragt. Nach der richtigen Richtung, dem richtigen Verkehrsmittel und Gebäuden, die gerade zu sehen sind. So gut wie immer sind die Frager freundlich und dankbar, wenn ihnen geholfen wurde. Man hat aber auch wirklich komische Erlebnisse!

So mit den Deutschen, die von mir wissen wollten, wie sie zum Stephansdom kämen. Mit der Karlskirche links hinter mir, riet ich ihnen zum kürzesten Weg:
Ich: „Am besten Sie gehen gleich da über die Straße, vor bis zur Kreuzung und dann rechts. Dann gehen Sie immer gerade aus, zuerst über den Ring – da kommen Sie auch an der Oper vorbei – und dann die Kärntner Straße rein, bis Sie direkt am Stephansplatz stehen.“
Tourist: „Wieso bei der Kreuzung rechts, wir gehören doch nach links!?“
Ich:llllllllll.
Tourist: „Wir wollen doch zum Stephansdom!“
Ich: “ Ja, da müssen Sie rechts gehen. Das müssen Sie mir schon glauben, ich lebe hier schließlich schon seit meiner Geburt!“
Tourist: „Aber der Stephansdom ist eindeutig links.“, sagt er, mir den Stadtplan hinhaltend.
Ich: „Und wenn Sie den Stadtplan richtig herum halten würden, würden Sie sehen, dass er rechts von uns ist.“ Ich muss meine Behauptung tatsächlich noch mit dem Deuten auf neuralgische Punkte, wie die Karlskirche, untermauern, bevor mir geglaubt wird.

Japanern und Chinesen gehe ich gerne aus dem Weg, so gut wie alle sprechen kaum bis gar nicht Englisch.
Ein kleines Grüppchen Japaner war mein „letztes Mal“ – die hab ich letztendlich mitgenommen. Ich hatte den selben Weg, also hab ich ihnen gedeutet, sie sollen hinter mir nach. Ganz brav sind sie mir nachgedackelt, keiner hat sich getraut stehen zu bleiben und zu fotografieren. Am Ziel wollte der eine dann vor lauter Dankbarkeit mich fotografieren! Samt dem Rest der Gruppe! Da bin ich geflüchtet. Sonst stünde ich heute noch dort, weil noch nicht jeder aus der Gruppe ein Foto gemacht hat.

Und falls sich jemand nach dem Bezug zwischen Titelbild und Text fragt – das ist ein Ausschnitt des Deckenfreskos der Karlskirche. Musste für das Foto warten, weil eine Gruppe Japaner fotografiert haben.

 

2 Gedanken zu „Der Tourist“

  1. Alternative zu Antworten auf „wieso nach links, ist doch am Plan rechts“: „Wenn Sie’s ohnedies besser wissen, wieso fragen Sie mich dann? Folgen Sie doch ihrem Plan oder ihrer Überzeugung. Sie kennen doch den Grundsatz der Erkenntnis und aller Wissenschaft: „“Versuch und Irrtum““ oder „“Trial and Irror“ wie der Engländer sagt“.
    Und absolut: Traue keinem/keiner, der/die zur Orientierung der Plan „rumdreht“. Hilfe sinnlos.
    Und noch was zum Schluss: Es gibt immer noch ein schlimmeres Los,als Wiener zu sein. Z.B. Venezianer, Amstadamer (wie zuletzt gehört) oder Bewohner von Mecca (allerdings nur einmal im Jahr).

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