Das Leben

Meine Woche hat mit einem furchtbaren Zahnarztbesuch Montag in der Früh begonnen, wobei ich sagen muss, dass jeder Zahnarztbesuch für mich furchtbar ist. Ich dachte, dass mit zunehmender Zahnarzterfahrung, bei der die meisten Besuche durchaus erträglich waren, meine Angstzustände abnehmen würden.

Tun sie nicht. Ganz im Gegenteil, die Zahnarzt-Angst wird immer belastender, weil man mit steigendem Alter immer öfter zum Zahnarzt muss. Nach dem Zahnarzt ist vor dem Zahnarzt. Keine, noch so wichtige, Prüfung hat diese Angstzustände in mir ausgelöst. Wahrscheinlich, weil ich gewusst habe, was bei der Prüfung auf mich zukommt und wie gut ich vorbereitet bin. Zahnarztbesuche sind das große Ungewisse, es kann alles passieren! Die harmlose Kontrolle kann sich zu einer Wurzelbehandlung auswachsen, der abgebrochene Zahn ist dafür womöglich in 10 Minuten „ergänzt“, ganz ohne Bohren.

Dann habe ich im Lauf des Montag beschlossen, dem ein Ende zu setzen und mir ein anständiges Beruhigungsmittel zu besorgen. Nicht diesen pflanzlichen Mist, der nur grauslich schmeckt und keine Wirkung hat. Also gleich am Abend zum Hausarzt mit Bitte um Abhilfe. Er hat mir was verschrieben, was helfen sollte. Natürlich hoffe ich, dass ich es so bald nicht werde testen können, denn das würde ja bedeuten, dass ich bald wieder zum Zahnarzt muss.

Allerdings war der Arztbesuch in anderer Hinsicht keine gute Idee; ich habe nicht bedacht, dass wieder einmal grippale Infekte gehäuft Wien heimsuchen. Im Wartezimmer wurde dermaßen viel gerotzt, geschnäuzt und gehustet, dass ich nachher das Bedürfnis nach einer Ganzkörperdesinfektion hatte.

Obwohl es in Wahrheit wurscht ist, weil ich ja die öffentlichen Verkehrsmittel benutze, zum Bankomat gehe, Aufzug fahre und mich jeden Tag im Büro herumtreibe. Also jede Menge verseuchte Haltegriffe, Tasten, Türgriffe etc. Geniese, Gehuste und Geschniefe zu Hauf. So auch gestern, am Weg zu einer Freundin – eine immens volle Straßenbahn, mit jeder Menge Körperkontakt zu den anderen Fahrgästen.

Immerhin trage ich immer ein Desinfektionsmittel für die Hände mit mir herum, ich sehe ja genug grausliche Menschen und komme immer wieder in Situationen, wo ich spontan das Bedürfnis habe, meine Hände zu reinigen, bevor ich mir das Auge kratze, Essen berühre oder überhaupt irgendwas angreife.

Von der Freundin heimgefahren bin ich dann mit dem Taxi. Gefahrenminimierung, sozusagen.

 

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