Ziele und Schweinehunde

Man soll sich Ziele setzen, kleine Etappenziele, auf dem Weg zum großen Ziel.

Schön und gut und für mich im Beruf auch kein Problem. Da müssen wir am Anfang des Jahres unsere Ziele formulieren, natürlich mit dem Hintergrund sie zu erreichen. Mach ich mit links – Ziele formulieren und dann erreichen.

Privat ist das in so manchen Bereichen eine klitzekleine Herausforderung – nicht die Erreichung, sondern das Setzen der Ziele.

Ich weiß nämlich, wenn ich einmal ein Ziel habe, dann will ich es unbedingt erreichen, da bin ich stur und ehrgeizig (für meinen Arbeitgeber der Hit, für mich oft anstrengend). Also verschiebe ich die Formulierung wieder und wieder – was ich beruflich nicht kann, weil mir sonst das Ziel, immer Geld zu haben, abhanden kommt. Die Formulierung kostet mich Überwindung; ein rosiger Hund mit Ringelschwanzerl sitzt im Weg und raunt mir zu, dass das schnöde Nichtstun viel bequemer ist.

„Die Sockenlade sollte irgendwann einmal zusammengeräumt werden.“ Bei dieser Formulierung kann ich mich entspannt zurücklehnen. „Die Sockenlade räume ich heute zusammen.“, nimmt mich in die Pflicht.

Der Schweinehund ändert seine Größe, je nach Mühsal, die mich erwartet. Bei der Sockenlade hat er die Größe von einem Rattler, beim Sport, die Größe von einer Dogge mit Übergewicht. Und er ist ausgefuchst: über den Rattler kann ich einfach drübersteigen, die Dogge stellt sich mir in den Weg. Und drübersteigen…. naja, ich bin schließlich nur 1,65 m.

Hin und wieder packt mich der Eifer, was ich dann sofort ausnützen muss. Nach Links angetäuscht, dann in der anderen Richtung am Riesenhund vorbei (Messi wäre stolz auf mich). Dann das Ziel festgehalten und auf einem Zettel so aufgeschrieben, dass man Erfolge markieren und genießen kann.

Gestern war es wieder so weit, Zettel hängt innen an der Wohnungstüre, die ersten Etappenziele sind grün markiert. Ein gutes Gefühl!

P.S. Schweinehund ist vor die Tür geschickt, da sitzt er und schaut konsterniert.

 

2 Gedanken zu „Ziele und Schweinehunde“

  1. Hihi! Eine sehr amüsante Beschreibung, wie man den Schweinehund überwindet! Sehr sportlich! Alles Gute beim Erreichen der Ziele – du schaffst das!

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  2. Ganz lieb! Und menschlich! Und verständlich (zumindest für die meisten). Wenn man schon vorher das Gefühl der Zufriedenheit abrufen könnte, das einem zu teil wird, sobald der Schweinehund überwunden und das Ziel erreicht ist, wäre alles viel einfacher und der Anreiz es anzugehen, größer. Aber so bleibt nur: Immer wieder versuchen, sich überwinden und auf die wohltuende Zufriedenheit danach bauen. `s wird schon!

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