Unwirklich

Schattengestalten gleiten an mir vorbei und verschwinden in der Dunkelheit, lösen sich auf. Schemenhaft tauchen Gebäude auf, gespenstische Umrisse in einem zarten Schleier, die gleich wieder verblassen. Geräusche sind leise und unwirklich, Licht sanft und fahl. Die Szenerie ist mystisch und friedlich.

Aus dem Nebel taucht eine unförmige, bunte Masse auf. Beim näher kommen sehe ich, es sind die kleinen Zwucks von der Kinderkrippe, die hier ganz in der Nähe ist. Was in diesen Köpfchen wohl vorgeht?

Sie empfinden diesen nebeligen Morgen wohl nicht ganz so romantisch wie ich. Einer ist noch nicht ganz wach, gähnt herzhaft und lässt sich von zwei anderen an der Hand einfach mitschleifen. Eine hat die Haube nicht am Kopf, sondern im Mund und nuckelt versonnen daran. Ein anderer wiederum hat sich gegen das Weitergehen entschieden und bleibt einfach stehen.

Sie können sicher schlimmer sein als ein Sack Flöhe, jetzt aber sind sie ein Bild des Friedens. Sie bringen mich zum Lächeln, stimmen mich fröhlich und sind ein wohltuender Anblick. Bis sie wieder ins Grau eintauchen und das bunte Bild zerfließt.

Still schwebe ich dahin, durch den dichtesten Nebel seit langem.

>> Winterstille

2 Gedanken zu „Unwirklich“

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