Einkaufen leicht gemacht

Ratlos stehe ich vor der Fleischvitrine des nächstgelegenen Supermarkts. Ich suche Hühnerfleisch aus Österreich. Ich weiß, dass wir in Österreich Hühner haben, ich habe sie gesehen! Da – eine Fleischfachverkäuferin. Ich frage sie nach österreichischer Hendlbrust. Sie zeigt auf Hühnerbrust von einem deutschen Hersteller. Irritiert schaue ich sie an und weise darauf hin, dass da Deutschland drauf steht. Sie zuckt mit den Schultern und geht. Gut, dann eben kein Fleisch, Fisch ist eh gesünder.

Auf zur Frischfischtheke. Lachs, Kabeljau, Pangasius und ein unbeschrifteter Fisch stehen zur Auswahl. Nach ein paar Minuten nähert sich ein Verkäufer, den ich nach dem unbeschrifteten Fisch frage. Weiß er nicht, schaut nach Forelle aus. Schaut danach aus!? Auf meine Frage, ob er das auch mit Sicherheit feststellen könnte, schaut er ungehalten, aber geht tatsächlich eine kompetentere Person holen. Nein, das ist ein Saibling. Erfreut ordere ich schon 2 Filets, als ich darauf hingewiesen werde, dass ich den Fisch heute verarbeiten muss, der ist nämlich schon einmal aufgetaut. „Aber da steht doch Frischfisch,“ sage ich. Das heißt nur, dass er nicht (mehr) gefroren ist, erklärt man mir. Gut, dann auch kein Fisch, ein veganer Tag die Woche ist eh viel gesünder.

Auf in die Obst- und Gemüseabteilung. Gedanklich sammle ich schon alles zusammen, was ich für eine Gemüsepfanne verarbeiten könnte. Ok, die Melanzani gibt es leider nur zu dritt. Die Zucchini sind zwar bio, aber mehr als verhuzelt. Karotten-Mindestmenge 1 kg, Kartoffel-Mindestmenge 3 kg – ich will EINE Mahlzeit aus Karotten und/oder Kartoffeln und keine Monatsration! Ok, dann wird es eben eine Peperonata aus gelben und roten Paprika mit Weißbrot.

Auf zum Brot… Nein, die Weißbrotwecken sind schon aus, Baguette gibt es noch. Das ist hart – und ich sage das auch. Das kann doch gar nicht sein, das ist von heute; ja, aber zu Tode gebacken! Nein, die Backzeit ist einprogrammiert, das kann nicht zu lange gebacken sein. Hinter der Brotverkäuferin piept einstweilen der Aufbackofen zum 4. Mal – auch die Semmeln werden außen mehr als knusprig sein, denn nach dem Backvorgang will die Backware auch aus dem heißen Ofen genommen werden.

Dann gibt es eben nur Peperonata, Weißbrot ist eh nicht so gesund…

P.S. Am nächsten Tag fahre ich ins Weinviertel, von Hofladen zu Hofladen und kaufe in aller Ruhe, ganz frisch, direkt vom (österreichischen) Erzeuger Gemüse, eine Hendlbrust (2 Flügerln bekomme ich geschenkt dazu) und vieles mehr. Und hier gibt’s ein bisserl was davon zum Anschauen (die Hendlbrust war in rohem Zustand nicht sehr fotogen *gg*)

3 Gedanken zu „Einkaufen leicht gemacht“

  1. Ja, die Probleme die sich einem im Supermarkt stellen, sind vielfältig. Hat man einmal gefunden, was man möchte (wieso ist das plötzlich wo anders?), fängt es erst an: Preisvergleich („schau dich an, so günstig? Ach so: erst ab 2 Packungen“. Das ist aber ganz klein gedruckt), Ablaufdatum, Herkunft (man will ja heimische Produkte bevorzugen), ist das heute im Angebot oder warte ich besser, hab ich das beim ……… nicht günstiger gesehen, wieso steht über den Kisten mit den Birnen, der Preis für die Gurken? Und was kosten jetzt die Birnen? Steht leider auch nicht bei den Gurken. Erst die Waage verrät einem den Preis, usw.

    Bauernläden, Direktvermarker im Nahbereich der Stadt gibt es jetzt schon so viele, dass sie ganze Broschüren füllen, leider haben sie nicht immer dann offen, wenn man Zeit für einen Besuch hätte. Aber durch die große Auswahl findet man immer was man braucht.
    Sehr schöne Fotos hast Du da angefügt, die machen Appetit und Lust aufs Einkaufen. Gratulation!

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